Strahlentherapie, Operation oder Aktive Überwachung – Prostatakrebs richtig diagnostizieren und nicht übertherapieren!
Bergisch Gladbach. Gemeinsam am Ball bleiben und gut miteinander kommunizieren, so die Devise der Ärztinnen, Ärzte und Patienten beim Prostatatag Ende November im Marien-Krankenhaus Bergisch Gladbach. Und die Botschaft ist bei den rund 40 Besuchern angekommen.
Die Experten konnten bei den überwiegend männlichen Gästen gleich mit drei brandaktuellen Themen aufwarten. Nachdem der Chefarzt der Urologie, Dr. Stefan Machtens zunächst anschaulich die aktuellen Umstrukturierungen seiner Abteilugen vorgestellt hat, konnte er über vielversprechende neue Ansätze der medikamentösen Therapie berichten. Dirko Hercher vom Urologischen Zentrum Refrath machte den Anwesenden Mut. So hätten die neuen Leitlinien für die Behandlung des Prostatakrebs die Strategie des Active Surveillance, die aktive Überwachung für ein ganz klar definiertes Patientenklientel, ausdrücklich gestärkt.
Die Teilnehmer erfuhren alles über die bildgebenden Untersuchungen und über die Bedeutung des PSA-Wertes. "Früherkennung schützt Leben: mit moderner Kernspintomographie, Fusionsbiopsie und PSMA-PET-CT erkennen wir Prostatakrebs dort, wo er wirklich ist - und behandeln ihn nach aktuellem wissenschaftlichem Stand so gezielt wie möglich", sagt die Koordinatorin des Uroonkologischen Zentrums, Oberärztin Sarah-Leonie Kranz. Und weiter: „"Moderne Diagnostik sieht, was Tastbefunde übersehen. So behandeln wir Prostatakrebs früh, gezielt und wirksam."
Wichtig zu wissen ist, Prostatakrebs ist in der Regel kein Notfall. Betroffene können sich meist die Zeit nehmen, die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten gut gegeneinander abzuwägen und gemeinsam mit den Profis die optimale Therapie für sich auszuwählen die zu ihrer Lebenssituation passt. "Nach dem Schock der Diagnose hat mir die Teilnahme an der Gruppe geholfen, wieder klarer zu denken und zu begreifen, dass ich auch mit Krebs noch gut leben kann", sagt der Vorsitzende der Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Bergisch Gladbach.
„Die deutlich verbesserten Möglichkeiten, den Prostatatumor zu entdecken, dürfen auf keinen Fall dazu führen, dass der Tumor zu intensiv und nebenwirkungsreich behandelt wird. Nur die wenigen diagnostizierten aggressiven Prostatakarzinome bedürfen auch einer intensivierten Therapie“, so Dr. Stefan Machtens.
