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Mein Job! Dein Job?

Mein Job! Dein Job?

Hier erfahren Sie, was das ganz Besondere an den Jobs in den GFO Kliniken Rhein-Berg ist. Und das, ganz authentisch, aus Sicht unserer Mitarbeitenden. Schauen Sie doch immer mal wieder vorbei. Die Serie "Mein Job als..." wird fortlaufend ergänzt:

Pflegende im Patietenaufnahmeteam (PA-Team)
Pflegekraft in der Familialen Pflege
Pflegekraft auf der Internationalen Station
Fachpflegende in der Onkologie
Stomatherapeutin
CED-Nurse
Grüne Dame im Krankenhaus (auch: Krankenhaushilfe)
Arzt im Krankenhaus: Profession und Privileg zugleich

  • Beruf & Berufung

Das A-Team kennt jeder, doch wer oder was ist das PA-Team? „So nennen wir uns selber, PA steht für Patientenaufnahme und meint den Erstkontakt unserer Patienten mit der Pflege, nachdem sie stationär aufgenommen wurden“, erklärt Gesundheits- und Krankenpflegerin Stephanie Giersen.

Das Vinzenz Pallotti Hospital ist eines der ganz wenigen Häuser in der Region das diese besondere Leistung anbietet. „Der Bedarf ist groß, mittlerweile sind wir zu dritt.“ Zusammen mit Claudia Zender und Antonia Gavriilidou-Mitsakou führt Giersen die ersten Gespräche mit den neuen Patienten, die nach der Einweisung oder über die Notfallambulanz auf Station kommen. Immer aus pflegerische Sicht. „Wir passen zueinander, haben die gleichen Grundeinstellungen und haben uns gut organisiert.“


Aktivitäten des täglichen Lebens sind Orientierung für Patienten und Pflegende zugleich 

Das Pflege Aufnahmeteam sammelt die ersten Informationen über den Patienten, schätzt den Pflegebedarf ein und bereitet den Patienten auf seinen weiteren Aufenthalt im Krankenhaus vor. „Wir führen strukturierte Pflegeanamnese-Gespräche durch. Dabei erheben wir Stammdaten und Informationen zur hausärztlichen Versorgung und gehen gezielt auf die Aktivitäten des täglichen Lebens ein, um Pflegebedarfe individuell erfassen zu können.“
 

Professionelle Pflegeanamnese und Erstbeurteilung als Grundlage der Pflegeplanung

Auch wenn meist schon eine Ersteinschätzung vorliegt, auf Station müssen alle Patienten gescorded, also eingestuft werden. Konkret heißt das, das gemeinsam ein festgelegter Fragebogen durchgegangen wird, je nachdem auch im Beisein eines Angehörigen. Die Dokumentation der Aufnahme ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit und dient der Sicherstellung der Qualität in der Pflege. Dabei wird sich kompakt aufs Wesentliche konzentriert. Pro Patient dauert die Ersteinschätzung etwa 20 Minuten.


Pflegeprozess wird individuell gestaltet

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Palliativversorgung. Mit dem Biografiebogen werfen sie gemeinsam mit den Patienten einen Blick auf deren Lebensweg. „So erfahren wir, was ihnen wichtig ist und was sie geprägt hat - sei es durch frühere Erfahrungen oder besondere Lebensphasen. Diese Gespräche helfen uns zwischen Erinnerungen und akuten Symptomen zu unterscheiden und sensible Themen mit mehr Verständnis zu begleiten“, sagt Antonia Gavriilidou-Mitsakou.


Patienten wollen vom Team gesehen und verstanden werden

Die Pflegenden des PA-Team bekommen ein umfassendes Bild von ihren Patienten, sie haben stets „ein Auge drauf, dass die Betreuung läuft.“ Dabei schätzen sie sehr die Zusammenarbeit mit den Experten aus der Ernährungsberatung, dem Sozialdienst und dem Wundmanagement. „Der Job wurde für uns neu geschaffen, darüber sind wir sehr dankbar“, sagt Stephanie Giersen. „Es ist schön, wenn wir uns sinnvoll einbringen können.“ Auch wenn ihr die Anfangszeit etwas schwergefallen ist, mittlerweile habe sich Vieles eingespielt. „Wir werden besser wahrgenommen, unsere Arbeit wird gesehen und geschätzt.“ Durch ihren neuen Job im pflegerischen Aufnahmeteam hat Stephanie Giersen Lebensqualität dazugewonnen. Und das wünscht sie sich auch für ihre Patienten.

"Es macht Freude, wenn man sein Wissen weitergeben kann und es jemand anderem hilft." Kordula Halm-Rogowski arbeitet seit 1982 im "System Krankenhaus", wie sie selbst sagt. Und sie hat schon einige Stationen erlebt. Als Fachkrankenschwester für die Onkologie war sie 16 lange Jahre Stationsleitung im VPH auf der Ebene 5, bis sie sich ab 2011 für die Familiale Pflege und das Case Management entschieden hat. Es folgten 10 Jahre im Pflegerischen Entlassungsmanagement im VPH, das dem Sozialdienst angegliedert ist. Die Themen Demenz und Kinästhetik haben es ihr besonders angetan, sodass sie sich darin weiter fortgebildet hat. Seit 2022 widmet sie sich voll und ganz der Familialen Pflege an beiden Häusern, dem Marien-Krankenhaus Bergisch Gladbach und dem Vinzenz Pallotti Hospital Bensberg. 

"Die Familiale Pflege, also die Unterstützung für pflegende Angehörige ist nach der Corona-Zeit wieder gut angelaufen. In den letzten 12 Monaten wurden 348 pflegende Angehörige beraten und in der Pflege angeleitet. Es fanden 118 Erstgespräche bzw. Pflegetrainings im Krankenhaus und 558 Hausbesuche statt. An sieben Pflegekursen zu je 12 Unterrichtsstunden, drei davon zum Thema Demenz, nahmen insgesamt 57 pflegende Angehörige und Interessierte teil.

Manchmal ist es ein Erstgespräch, zur Klärung des Pflegebedarfs. Manchmal sind es kleine Handgriffe, die ein „Achso“ auslösen und die Berührungsangst nehmen. Manchmal ist es der Hausbesuch vor Entlassung zur Klärung, welche Hilfsmittel machen hier Sinn und wohin. Und wer kann mir noch helfen? Manchmal ist es die rückengerechte Mobilisation die ein “ach, hätte ich das doch mal früher gewusst “ erkennen lässt, oder die Erklärung der Pflegeversicherung. Und vieles mehr. Es gibt den Angehörigen Sicherheit für die häusliche Versorgung, je mehr sie wissen, wie es geht.

Auch bei den Pflegekursen findet immer ein reger Austausch statt, es werden Tipps und Erfahrungen weitergegeben und man hört sich gegenseitig zu. Ein Gefühl des „sich Verstanden fühlen" tut gut und stärkt.

Die Inhalte sind von Selbstreflexion bis Zukunft gestalten, von Pflegeversicherung bis Netzwerkaufbau bis zur Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Praktische Übungen zu rückengerechtem Arbeiten, über Essen und Trinken bis zur Inkontinenzversorgung, Prophylaxen und Lagerung bei Bettlägerigkeit. Ein Highlight ist immer das Üben mit der Bettpfanne.

Im Pflegekurs zum Thema Demenz wird besonders auf „was ist Demenz“ eingegangen und Übungen zu „Demenz verstehen“ angeboten. Kommunikation und Validation, Biografie-Arbeit und Beschäftigung sowie Bewältigungsstrategien werden erarbeitet. Zum Schluss gibt es noch Entspannungsübungen.

Auf ein gemeinsames „Weiter so…“

… und wer Interesse hat, mich zu unterstützen, kann sich gerne melden.

…. es macht Spaß, mit motivierten und interessierten Angehörige zu arbeiten.

Es ist schön Zeit zu haben, den Anderen abholen zu können, wo er gerade steht… ihn aufzufangen mit einem persönlichen Gespräch."

Für März ist ein Workshop „Interkulturelle Pflege“ geplant, Grund genug bei eine der Praxisanleiterinnen, Isabel Klaus, nachzufragen, wie unsere Internationale Pflegestation im VPH so läuft. Und einen kleinen Grund zum Feiern gibt es schon jetzt, schließlich haben fünf Kolleg:innen bereits ihre Anerkennung zur Pflegefachkraft geschafft.

Seit wann gibt es die Internationale Pflegestation?

Das Projekt wurde im Oktober 2024 auf der internistischen Station ins Leben gerufen. Zurzeit betreuen meine Kollegin Laura Lindecke und ich dort 13 internationale Pflegekräfte.


Welche Nationen sind vertreten und wie unterscheidet sich die Arbeit zu der in Deutschland?

Indien, Türkei und China. Die Arbeit in diesen Ländern unterscheidet sich teilweise deutlich von der in Deutschland. So wird zum Beispiel die Körperpflege in Indien nicht von den Pflegenden, sondern den Familien übernommen. Auch die Hygienestandards sind anders. Neben der Sprache gilt es auch immer die Körpersprache lesen zu lernen. Kopfschütteln in Indien bedeutet zum Beispiel Zustimmung, nicht Ablehnung.


Wieso interessieren Sie sich gerade für die Arbeit im Bereich Integration?

Ich habe großen Respekt vor jedem Menschen, der zu uns kommt. Sie haben ihre Familien, Ehemänner und kleinen Kinder verlassen um sich hier ein neues Leben aufzubauen. Da möchte ich für sie eine gute Ansprechpartnerin und Begleiterin sein.


Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?

Es gibt jeden Tag etwas zu lachen, weil die Kommunikation eine ganz besondere ist. Wir lernen viel voneinander und ich finde es ist eine große Bereicherung mit so vielen unterschiedlichen Menschen und anderen Nationen zusammenzuarbeiten.


Welche Aktionen zur Integration gab es bislang, was ist geplant?

Wir bieten ein gemeinsames, internationales Frühstück an, wo Kolleg:innen Speisen aus ihrem Heimatland mitbringen. Denn in unseren Häusern sind so viele verschiedene Nationen vorhanden, dass es ein richtig vielfältiges Buffet gibt. Im März findet ein Workshop zum Thema interkulturelle Pflege statt. Und im April werden wir das Projekt erweitern. Geplant ist eine Internationale Pflegekräfte- und Schülerstation, um das gemeinsame Lernen und den Austausch zu fördern.

 

Wo liegen die ganz besonderen Herausforderungen im Pflegealltag?

Manchmal fehlt es den ausländischen Mitarbeiter:innen noch an der Beziehungsarbeit zu den Patienten. Unsere Kolleg:innen sind es nicht gewohnt eine persönliche Ebene aufzubauen und zuzulassen. Dabei unterstützen wir sie, indem wir ihnen zeigen wie wir das machen.


Und wie gehen Sie mit den Sprachbarrieren um?

Da einige der Pflegenden nach Abschluss der B2- Prüfung bis zu einem Jahr auf ihre Einreise warten müssen, gehen leider viele erlernte Deutschkenntnisse wieder verloren. Arbeiten sie dann aber eng mit uns am Patientenbett und sind quasi gezwungen täglich deutsch zu sprechen, so kommt das Gelernte schneller wieder hervor. Auch bekommen sie recht zügig ein eigenes Telefon, worüber sie die Anliegen der Station und die der Patienten regeln müssen.



Gibt es Bedenken bei den Patienten?

Die Patienten können immer auch auf eine deutschsprachige Kollegin zurückgreifen, wenn sie den Eindruck haben nicht verstanden worden zu sein. Aber meine Erfahrung ist, dass unsere ausländischen Kolleg:innen immer dann von selbst auf uns zukommen, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Und die Patienten, die wir bisher betreut haben, waren zufrieden, offen für das Projekt und wir haben bisher viel Positives gehört.


Warum sollte eine Pflegekraft unbedingt auf Ihrer Station arbeiten?

Es macht Spaß hier zu arbeiten, jeden Tag. Und wenn man geduldig und emphatisch ist und Freude daran hat seine Fähigkeiten und Fertigkeiten an andere weiterzugeben, wenn man offen ist für neue und unbekannte Dinge, dann kann man sich mit dieser speziellen Arbeit wirklich sehr wohl fühlen.


Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Job?

Schön ist es, dass wir oft gemeinsam lachen können. Witzig wird es immer dann, wenn es wegen der Sprache zu Missverständnissen kommt oder wenn ich versuche chinesisch, indisch oder türkisch zu sprechen. Ich komme sehr gerne zur Arbeit und freue mich über meine Kollegen und Kolleginnen und über die Fortschritte, die sie jeden Tag machen.


Was ist Ihnen persönlich wichtig?

Mir liegt es besonders am Herzen die internationalen Kollegen bei ihrem beruflichen Neustart in einem neuen Land und mit einer neuen Sprache zu begleiten und zu unterstützen. Das kann nur gelingen, wenn auf Station alle zusammen an einem Strang ziehen. Das schätze ich wirklich sehr!

Krebserkrankungen sind komplex und individuell zu behandeln. Daher brauchen die beiden examinierten Krankenschwestern, Dagmar Muchow und Sabine Pack, viel Zeit, Empathie und eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl, wenn sie zu ihren Patienten gehen. Aber eben das macht ihren Job aus. Denn dann kommt es auf die richtige Ansprache an. „Wir müssen gut zuhören, verstehen und ganz individuell beraten.“

Einmal die Woche besuchen Pack und Muchow ihre Krebspatienten. Einige von ihnen haben nach der Operation starke Verspannungen im Rücken. „Bei vielen onkologischen OPs liegen die Patienten lange Zeit in einer fixen Position auf dem OP-Tisch.“ Dann kann das wärmende, wohltuende Aconitöl, ein spezielles Schmerzöl, Wunder wirken. Wieder andere klagen über Übelkeit. Ingwerkapseln oder ein Riechstift, wahlweise mit dem Duft der Grapefruit oder Orange, können helfen.

Beide arbeiten gerne bei der GFO. „Hier kann ich alles einbringen, was ich kann und was mir wichtig ist“, sagt Dagmar Muchow. Sabine Pack ergänzt: „Wir arbeiten auf Augenhöhe mit den Ärztinnen und Ärzten. Sie schätzen unseren Rat.“ Sollten die Patienten ihre Sorgen und Nöte in einem intensiven Gespräch loswerden wollen, so vermitteln die Pflegenden sie an die Kolleginnen aus dem Sozialdienst, der Seelsorge und der Psycho-Onkologie.

Im Juni haben die beiden Pflegenden ein strukturiertes, multiprofessionelles Teamgespräch speziell für onkologische Patienten aus der Taufe gehoben. Gemeinsam mit allen Beteiligten besprechen sie besondere Patienten mit Darm-, Prostata- und Nierenzellkrebs. „Die Onkopflege würden wir gerne auf andere Krebserkrankungen, wie Lungen- oder Pankreaskrebs und auch auf weitere Abteilungen, wie die Gynäkologie oder Wirbelsäulenchirurgie erweitern.“

Menschen mit einer Krebserkrankung, wie Darmkrebs oder Prostatakrebs, verweilen je nach Indikation und Operation etwa sieben bis 10 Tage ich der Klinik. In der Zeit versuchen die Pflegenden eine besonders emotionale Verbindung zu ihnen aufzubauen. Das kommt bei den Patienten gut an. „Die Resonanz ist durchweg positiv. Das gibt uns ein sehr gutes Gefühl.“

Von der Ernährungsberatung über das Wundmanagement hin zum Sozialdienst oder der Familiaren Pflege, „unsere Patienten mit einem künstlichen Darm- oder Blasenausgang erhalten ein umfangreiches Versorgungspaket“, berichtet Daniela Byrdus. Seit vier Jahren widmet sich die gelernte Krankenpflegerin dem Thema Stoma in den GFO Kliniken Rhein-Berg. „Für die Betroffenen ist das ein großer Einschnitt ins Leben“, sagt sie. Umso wichtiger sei da ein multiprofessionelles Team, welches Expertise und Halt geben kann.    

 „Bei einem Stoma werden Darm- oder Blaseninhalt nach außen in einen Auffangbeutel abgeleitet“, erklärt die spezialisierte Fachkraft. Dafür wird das betroffene Organ durch einen operativen Eingriff mit der Haut am Bauch verbunden. Eine aufgeklebte Platte auf der Bauchdecke bildet die Basis für den abnehmbaren Beutel. „Die Umstellung ist für die Patienten oft nicht leicht“, weiß Byrdus. Damit sie ihren neuen Alltag dennoch meistern können, steht ihnen die Stomatherapeutin mit Rat und Tat zur Seite. So unterstützt die 40-Jährige etwa beim ersten Entleeren des Behältnisses oder beantwortet Fragen zu den Themen Autofahren und Arbeiten mit einer Stomaanlage.

„Ich hatte zunächst nicht viele Berührungspunkte auf diesem Gebiet“, gesteht sie. Erst mit der Gründung des Darmkrebszentrums wird die Pflegefachkraft auf die Weiterbildung Stoma, Kontinenz und Wunde aufmerksam. Innerhalb von eineinhalb Jahren lernt sie dort nicht nur die vielfältigen Erkrankungen kennen, die ein Stoma notwendig machen, sondern auch die richtige Kommunikation mit den Patienten. „Mir war es wichtig, ihnen sagen zu können, wie es nach dem Krankenhausaufenthalt für sie weitergeht“, sagt sie. Für den praktischen Teil der Weiterbildung hospitiert Byrdus deshalb in einem Homecare-Unternehmen.

Heute unterstützt sie als Stomatherapeutin nicht nur die Patienten im Marienkrankenhaus, sondern auch ihre Kolleginnen aus der Pflege. „Ich zeige ihnen verschiedene Handgriffe und Materialien“, erklärt sie. 2023 gibt sie sogar eine Fortbildung. „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass sowohl Betroffene als auch Pflegefachkräfte ihre Berührungsängste verlieren, damit das Thema Stoma kein Tabuthema mehr ist“, so die GFOlerin abschließend.

Für die meisten von uns sind sie unsichtbar, chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. „Wäre ich meinen Patienten auf der Straße begegnet, hätte ich sie für kerngesunde Menschen gehalten“, erzählt die Medizinische Fachangestellte Laura Wirges. Durch ihre Arbeit in der CED- Sprechstunde weiß die 23-Jährige jedoch um die tagtäglichen Beschwerden der Betroffenen. „Wir sind eines von insgesamt sechs Teams im Umkreis von 50 Kilometer, das sich um die ambulante Spezial Fachärztliche Versorgung von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen kümmert“, erklärt sie.

Im Sommer dieses Jahres wechselt Wirges aus einer chirurgischen Arztpraxis zu den GFO Kliniken Rhein-Berg, bereit sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Gerade noch in der Qualifikation zur Versorgungsassistenz im Bereich CED über die Bundesärztekammer, plant sie bereits ihre Weiterbildung zur CED-Fachassistentin. „Mich reizt das Thema, da es sehr umfangreich und spannend ist“, so die Fachangestellte. Außerdem gefalle ihr der enge Kontakt zu den Patienten, der in einer Arztpraxis in der Form nicht gegeben sei. „Hier kann ich selbstständig arbeiten und sowohl meine Erfolge als auch Verbesserungspotential erkennen“, sagt sie.

Infusionen vorbereiten, intravenöse Zugänge legen, Blut abnehmen, Patienten betreuen, so sieht der Alltag der gebürtigen Sankt Augustinerin in der Sprechstunde für chronisch entzündliche Darmerkrankungen aus. „Auf eine solche Erkrankung reagiert jeder Mensch anders“, berichtet sie. Deshalb komme es in ihrem Job neben Sorgfalt und Zuverlässigkeit vor allem auch auf Empathie und Mitgefühl an. „Für die Betroffenen ist es wichtig, eine Ansprechpartnerin zu haben, die auf das Thema spezialisiert ist“, so Wirges. Umso bedeutender seien da die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb der GFO.

Ihren beruflichen Wurzeln bleibt die MFA weiterhin treu. Außerhalb der nachmittäglichen CED-Sprechstunde in der Inneren Medizin unterstützt sie vormittags die chirurgische Abteilung im Marienkrankenhaus. Die täglichen 34 Kilometer Autofahrt nach Bergisch Gladbach nimmt Laura Wirges dafür gerne in Kauf: „Es lohnt sich, ich habe mich gut eingelebt und die Zusammenarbeit mit Kollegen und Ärzten klappt ebenfalls sehr gut.“ Für die Zukunft suche sie jedoch eine feste Bleibe in Rhein-Berg.

 

„Meine lieben Grünen, die Arbeit mit Menschen ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst. An einem Tag lustig, am anderen beschwerlich, mal nachdenklich, mal traurig, aber immer etwas Besonderes“, so der erste Eintrag im Tagebuch der Grünen Damen am Standort Marienkrankenhaus der GFO Kliniken Rhein-Berg. Seit einem Jahr halten die acht Ehrenamtlerinnen darin ihre eindrücklichsten Erlebnisse fest. Leiterin Karin Haupt ist bereits seit 2018 dabei und weiß, um nach der Arbeit zur Ruhe zu kommen, hat jede von ihnen ihre eigene Strategie. „Ob es nun das Schreiben ins Tagebuch ist, das Joggen oder wie in meinem Fall das Lesen, am wichtigsten ist, dass wir uns gegenseitig auffangen.“

Mit einem Blick in die E-Mails beginnt für die 71-Jährige der Arbeitstag. Es folgen Anrufe, Teamgespräche und Übergaben, bevor es am Vormittag auf Station geht. An die Arbeit mit Patienten ist die Rösratherin gewöhnt. „Bevor ich in Rente gegangen bin, war ich angelernte Arzthelferin und Versorgungsassistentin“, sagt sie. Zu den Grünen Damen sei Haupt über ihren Mann gekommen, den sie damals im MKH besuchte. „Ich wusste gleich, das könnte eine sinnvolle Aufgabe für mich sein.“

Heute bilden die Gespräche mit den Patienten den Kern ihrer Arbeit, aber auch kleine Handreichungen wie frische Erdbeeren einkaufen, Kleidung aus der Kleiderkammer oder ein Buch besorgen gehören dazu. Seltener sind die ganz besonderen Wünsche, die es für die Damen zu erfüllen gilt: „Einmal haben wir für eine Patientin die Hochzeit ihrer Enkelin gefilmt, da sie nicht dabei sein konnte.“ Als Oma von drei Enkelkindern eine ganz besondere Erinnerung.

Um sich auf dem Laufenden zu halten und neue Impulse von außen zu erhalten, nehmen die Grünen Damen als Mitglied des Caritasverbandes regelmäßig an Schulungen teil. „Erst kürzlich gab es eine Schulung im Hospiz, bei der wir wertvolle Tipps im Umgang mit schwierigen Situationen erhalten haben“, berichtet Haupt. Neueinsteiger könnten innerhalb der Weiterbildung lernen, wie sie Gespräche am Krankenbett führen. Bei jedem Patienten dasselbe Schema anzuwenden, das funktioniere nicht. „Jeder Mensch ist unterschiedlich, also müssen wir mit jeder Situation anders umgehen“, so die Ehrenamtlerin. Menschlichkeit, Freude und Sinnhaftigkeit, das mache ihre Arbeit bei den Grünen Damen für sie aus. „Das schönste Feedback, das wir bei unserer Tätigkeit erhalten können, ist die Frage: Können Sie morgen wiederkommen?“

 

Dr. Ralf Nemitz, Internist und Oberarzt der Inneren Medizin, arbeitet seit 2008 im VPH. Auch wenn Nemitz sich bislang bei jedem Arbeitgeber wohl gefühlt hat, das Arbeiten in Bensberg sei schon etwas ganz Besonderes. Im Gespräch mit Jörg Zbick erzählt Nemitz, warum er gerade hier seine berufliche Heimat gefunden hat.

Seit 30 Jahren ist Ralf Nemitz im Krankenhaus tätig. „Hausarzt hätte mir auch Spaß gemacht,“ denn wichtig sei ihm der direkte Kontakt zu den Menschen. Nur Schläuche „oben oder unten reinzuschieben“, das mache längst noch keinen guten Arzt aus. So gehe es immer darum, Vertrauen auf- und Schranken abzubauen. Diese Erkenntnis ist zunächst wenig spektakulär. Wer Nemitz aber im Gespräch beobachtet, der merkt schnell, solche Sätze sind für ihn keine dahin geplauderten allgemeinen Phrasen. Der Mann meint das so, wie er es sagt.

Ralf Nemitz geht gerne zur Arbeit, das sieht man ihm an. Und er spricht gerne über seine Arbeit, am liebsten übrigens engagiert, ohne Punkt und Komma. Dafür aber mit umso mehr Leidenschaft. „Es ist doch ein echtes Privileg, den Menschen helfen zu können und zu dürfen“. Und genau dafür hat er sich in all den Jahren so einiges an Wissen angeeignet.

Im Jahr 1967 in Mülheim/Ruhr geboren, verbrachte Nemitz einen Großteil seiner Kindheit und Jugend auf dem Lande bei Karlsruhe. 1986 macht er sein Abi, nach dem Grundwehrdienst bei der Bundeswehr in Marburg ging es zum Medizinstudium nach Heidelberg. 1994 lag schließlich die Doktorarbeit fertig geschrieben auf dem Tisch. Sein Doktorvater und späterer Chef am St. Josefs-Hospital in Wiesbaden hatte ihn bereits in jungen Jahren für die Gastroenterologie begeistert. Es folgte der Arzt im Praktikum. „Damals gab es für eine volle Stelle AIP brutto weniger als 2.000 DM pro Monat.“

Zu Zeiten der Ärzteschwemme mit mehr als 10.000 arbeitslos gemeldeten Ärzten war es gar nicht so einfach, überhaupt einen Job in einem Krankenhaus zu ergattern. Doch für Ralf Nemitz sollte es beruflich schnell weitergehen. Als Assistenzarzt im Solinger Klinikum lernte er die nächsten sieben Jahre das gesamte, weite Spektrum der Inneren Medizin kennen. „Wir mussten eigentlich alles machen und waren auch für alles selber verantwortlich.“

Der erfahrene Internist sieht sich als Allrounder, auch wenn die Gastroenterologie heute etwa 80 Prozent seiner Arbeitszeit in Anspruch nimmt. Ein besonderes Steckenpferd ist ihm seine ambulante Sprechstunde, für die er seit 2020 die KV-Ermächtigung innehat. „Wir dürfen neben einer Lebersprechstunde auch Magenspiegelungen und Knochenmarkspunktionen in Bensberg ambulant anbieten. Ich habe einen recht guten Draht zu den Niedergelassenen.“ Die gute Kooperation hat Nemitz sich in all den Jahren erarbeitet.

Besonders hat Nemitz aber die Zeit zwischen 2003 bis 2008 geprägt, vor allem menschlich. In die Bielefelder Klinik kommen regelmäßig Patienten aus den nahegelegenen Bodelschwinghschen Einrichtungen in Bethel, ein hoher Anteil an Mitbürger:innen mit einer Behinderung. Täglich lernte er, wie sehr neben den Arzneimitteln und Eingriffen seine empathische und emotionale Ansprache wirken. „Sprechende Medizin“ heißt die wichtige Säule der Medizin, die gerade in der heutigen Zeit nicht an Bedeutung verlieren darf. Nemitz ist überzeugt davon, dass neben der fachlichen Qualifikation die heilenden Worte und das Zuhören aller Berufsgruppen das A und O bei der erfolgreichen Behandlung sind. „Wir müssen dem ganzen Menschen gerecht werden!“ Und genau das kann Dr. Ralf Nemitz hier in den GFO Kliniken Rhein-Berg verwirklichen